Die ersten Verbindungen, die das nördlichste Bundesland der Bundesrepublik Deutschland mit der Schweiz knüpfte, kamen ganz sicher durch die Eidgenossen, die sich um die großen Rindviehbestände kümmerten. Diese Männer verstanden es nicht nur das Vieh fachgerecht zu versorgen, sondern sie waren auch in der Lage, die Milch gut zu verarbeiten. Aber schon bald lernten auch Schleswig-Holsteiner diese Arbeiten auszuführen und so lesen wir in einem Zeitungsartikel aus dem Jahre 1904, dass es nun wohl wieder an der Zeit wäre, die Schweizer in ihre Heimat zurückzuschicken . Wenn auch an vielen Orten nun Einheimische die Viehversorgung übernahmen, so blieb doch bis nach dem 2. Weltkrieg die Berufsbezeichnung „Schweizer“ (heute Melker) im ländlichen Raum erhalten.
So etwa müssen die ersten Schritte der Schweizer in Schleswig-Holstein gewesen sein, auch wenn wir dies nicht wirklich belegen können. Aus Briefen, die wir im Auslandschweizer-Sekretariat einsehen konnten, können wir aber den Zeitpunkt belegen, an dem ein “Schweizer Verein” in Schleswig- Holstein gegründet wurde.
Im Jahr 1893, so geht dort hervor, entstand der Schweizer Verein „Helvetia“ Kiel. Dieser Verein bestand bis 1939, danach ruhte die Vereinsaktivität.
Am 1.8.1947 kam es zu einem Neubeginn der Vereinsarbeit, nun aber als „Schweizer Kolonie Kiel“. In den folgenden Jahren hat sich ganz besonders die Familie Löhrer aus Kiel um die Schweizer Kolonie verdient gemacht. Sie war bemüht, den Verein aufrechtzuerhalten.
Im Jahre 1979 wurde mit Hilfe eines Rundschreibens aus dem Generalkonsulat Hamburg, eine stärkere Aktivität zu erreichen; dieses gelang. Eine neue Satzung ordnete die vereinsmäßigen Gegebenheiten und eine größere Anzahl von neuen Mitgliedern, jetzt auch verstärkt über den Bereich Kiel hinaus, konnte gewonnen werden. Im Jahre 1989 trug man der Einbeziehung aller Schweizer im ganzen Bundesland Schleswig-Holstein Rechnung und änderte den Vereinsnamen in „Schweizer Verein Schleswig- Holstein“.

Der Schweizer Verein ist dieses Jahr 125 Jahre alt geworden.